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Sylvester Mubayi

Strong Man                                     click images to enlarge
ca. 1985
schwarzer Serpentin
H 61 cm, B 41 cm, T 3043cm
erworben 1991 von Vukutu Gallery, Harare
Preis: 10.500 €

Sylvester Mubayi wurde 1942 im Chiota Reserve in der Nähe von Marondera geboren. 1965 kam er nach Tengenege an und begann in der dortigen Künstlerkolonie im Kreis von Henry Munyaradzi, Bernard Matemera und Fanizani Akuda mit der Bildhauerei. 1967-1973 schloss er sich dem Vukutu Workshop in Inyanga an und gehörte dort neben John Takawira zu den führenden Bildhauern. 1969 erhielt er den Oppenheimer Memorial Trust Award for Sculpture.

Ausstellungen u.a.:
1968/69 An Exhibition of Rhodesian Sculpture, toured South Africa
1968 Museum of Modern Art, New York
1971 Musée Rodin, Paris
1975 South African Association of Arts Gallery, Durban
          und Johannesburg
1981 Art from Africa, London
          House, London
1987 International Contemporary Art Fair, Los Angeles
          Convention, Los Angeles
1988 Australian Art Expo, Sydney
1990/91 Yorkshire Sculpture Park, Großbritannien

Stilistisch steht Mubayi Joseph Ndandarika am nächsten. Wie dieser bewahrte Mubayi in Formensprache und Motivik am deutlichsten die Züge des Anfangs der zimbabwischen Bildhauerbewegung: eine unveränderte "Africaness" der Gesichter, eine Brüderlichkeit zwischen Menschen und Tieren, eine verletzliche Friedfertigkeit seiner Wesen. Gleichwohl hat auch er unter dem Einfluss der Künstlerfreunde, mit denen er zusammengearbeitet hat, unterschiedliche stilistische Phasen durchlaufen, von den frühen archaisch anmutenden, an Skelette erinnernden Geistwesen, hin zu Figuren mit traditionell ornamentierten Oberflächen und schließlich zu realitätsnahen Körperdarstellungen von Menschen und Tieren. Es sind die in der afrikanischen Skulptur immer wiederkehrenden Fragen von Vergänglichkeit und der Verbindung zum Jenseits, von Tradition und sozialer Gemeinschaft und von Typus und Individualität. Dass Mubayi auch in seinen späteren Arbeiten dem Druck der um sich greifenden Kommerzialisierung nicht nachgegeben hat, macht die Originalität und den künstlerischen Wert seiner Arbeiten aus. Dieser „strong man“ ist dafür ein Beispiel. Er strotzt vor Kraft: ein einziges Muskelpaket, massig und muskulös. Wie er den Rücken krümmt, die Schultern hochzieht und die Fäuste ballt – alles strahlt Energie aus, jedoch keinerlei Aggressivität. Es könnte ein Ringer sein, würde sein seelig lächelndes Gesicht nicht einen fast zärtlichen Ausdruck haben und sich sein Kopf so weit zur Seite neigen, als sei der Mann anlehnungsbedürftig. Aufgrund ihrer starken Präsenz verträgt die Skulptur einen größeren, repräsentativen Raum, in dem sie von allen Seiten gesehen werden kann, denn auch in der Rücken- und der Seitenansicht kommen Kraft und Stärke zum Ausdruck. Wird die Figur gut ausgeleuchtet, dann gewinnt die auf Hochglanz polierte Oberfläche des muskulösen Körpers an dramatischer Bewegtheit. Zugleich wird ein auffälliges Venengeflecht auf der Bauchdecke sichtbar. Es ist unklar, ob es sich um ein Caput medusae handelt, also eine Verlagerung des Blutkreislaufs infolge einer Leberzirrhose, oder ob damit nur eine Sportbekleidung angedeutet werden soll. Entweder ist der Mann ein Trinker oder ein Ringer oder beides.

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